Terminhinweis

Die nächste Versammlung der Dorf-und

Vereinsgemeinschaft findet am 13.03.2018  um

19.30 Uhr im Bentorfer Krug statt. Interessierte Bürger

sind herzlich willkommen.

Interview Familie Dammler schreibt Geschichte

Der "Bentorfer Krug" muss mit verändertem Verhalten von Urlaubsgästen leben
Interview: Familie Dammler schreibt Geschichte
 
Kalletal-Bentorf. Bentorf ist ganz eng mit dem Namen Dammler verbunden. Seit 123 Jahren ist der "Bentorfer Krug" im Besitz der Familie - und für sie spielt der Tourismus eine große Rolle.

Doch wie hat sich der Fremdenverkehr entwickelt? Die LZ sprach mit Friedrich Dammler und seiner Mutter Annemarie.
 
Für Annemarie Dammler und ihren Sohn Friedrich vom
 
Wie hat im "Bentorfer Krug" alles angefangen?

Friedrich Dammler: Früher war dies nicht nur ein Gasthof, sondern auch ein Warenhaus, Lebensmittelladen, Posthilfstelle, auch eine Tankstelle gehörte dazu. Mein Urur-Großvater Karl Dammler hat das alles aufgebaut. Am Anfang hatten wir sieben Betten für Durchreisende, mit Dusche und WC auf der Etage, wie es üblich war.

Wie hat sich der Betrieb dann entwickelt?

Friedrich DammlerWir haben uns spezialisiert. In den 1970er Jahren wurde das erste Mal groß umgebaut, die Zimmer im Haus wurden mit Bad und Toilette ausgerüstet. Alle zehn Jahre haben wir modernisiert, so dass wir schließlich 50 Betten hatten.

Ihr Haus hat früher viele Stammgäste gehabt. Was können Sie dazu sagen?

Friedrich Dammler: Die kamen häufig wieder, waren teilweise zehn oder sogar 20 Mal bei uns. Auf die konnte man sich einstellen. Die Gäste waren mit dem Drei-Gänge-Menü mittags zufrieden, dazu gab es Frühstück und Abendessen. Jetzt steht die Erholung nicht mehr im Mittelpunkt, die Leute wollen etwas erleben und man muss ihnen immer mehr bieten.

Dann müssen Sie doch früher noch ganz andere Beziehungen zu den Gästen gehabt haben, oder?

Friedrich DammlerJa. So hatten wir Duisburger bei uns, dabei war auch Onkel Hennes - der hat unsere gesamten Elektroleitungen und die Lampen um das Haus herum installiert. Früher gehörten die Gäste auch richtig zum Dorfleben dazu.

Annemarie DammlerWir machten Planwagenfahrten und abendliche Unterhaltungsprogramme. Und zum Abschied gab es immer etwas Besonderes.

Gab es dann auch spezielle Ehrungen?

Annemarie DammlerJa, ab fünf Jahre Treue bekamen die Gäste eine Rose und eine Urkunde, meistens war auch jemand vom Verkehrsverein dabei - und manchmal auch der Bürgermeister. 

Gehören Übernachtungsgäste noch zu Ihrem Kerngeschäft?

Friedrich DammlerNein. Wir haben noch viele Tagungen oder Familienfeiern, manche werden mit Übernachtung gebucht. Ab und zu kommen noch Senioren, die tagsüber Ausflüge machen, oder auch Korbball- und Fußballmannschaften. Heute sind es mehr Kurzurlauber, die höchstens zehn Tage bleiben. Früher waren wir im Sommer ziemlich ausgebucht.

Was hat sich verändert?

Friedrich Dammler: Das Konsumverhalten der Gäste. Früher blieben sie drei Wochen zur Erholung. Teilweise wurden sie auch von Verbänden und Kirchengemeinden hierher geschickt. Ab etwa 1980 wurde das immer weniger. Zudem hatten wir früher im Dorf einen Metzger, einen großen Lebensmittelladen, eine Post, eine Telefonzelle. Für jede Kleinigkeit muss man heute losfahren, und die Busverbindungen sind auch nicht besonders.

Was macht dann für Sie den Reiz von Kalletal aus?

Friedrich DammlerDas wir eine sehr idyllische Lage haben und dass man auf dem Dorf doch noch aufeinander achtet. 
 
Das Interview führte LZ-Mitarbeiterin Tanja Fritzensmeier.

 
Windmühle ist ein Wahrzeichen

Bentorf wird 1359 im "Callendorper Lehnsbrief" erstmals urkundlich erwähnt. Nach der Gemeindereform 1969 gehören Bentorf und das benachbarte Harkemissen zur Gemeinde Kalletal und haben - mit Stand vom Juni 2011 - zusammen 1027 Einwohner. Der besondere Anziehungspunkt von Bentorf ist die Windmühle Brink, die unter Denkmalschutz steht.
 

Zusätzliche Informationen